Leistungsmotivation im Sport (Teil 2)

Nachdem im ersten Teil die unterschiede zwischen impliziten und expliziten Motiven dargestellt wurden, geht es im heutigen zweiten Teil des Themas Leistungsmotivation um die zwei verschiedenen Tendenzen Hoffnung auf Erfolg (HE) und Furcht vor Misserfolg (FM).

Von Hoffnung und Furcht...

Menschen ziehen die Motivation zur Leistung aus zwei verschiedenen Grundtendenzen: Der Hoffnung auf Erfolg und der Furcht vor Misserfolg. Grundsätzlich werden alle Menschen von beiden Tendenzen motiviert. Der eine neigt allerdings mehr zur Hoffnung auf Erfolg, der andere zur Furcht vor Misserfolg. Wichtig zu wissen ist hierbei, dass am Ende dennoch beide Sportler gleich motiviert sind - ihre Motivation eben nur aus verschiedenen Situationen ziehen.

Die Motivation, die aus Hoffnung auf Erfolg entspringt, könnte man auch als positive Motivation bezeichnen. Sie wird auch "Ziel-Zug" - Motivation genannt, da sie wie ein Motor wirkt, der zur Höchstleistung zieht. Menschen, die ihre Motivation aus Hoffnung auf Erfolg ziehen, sind optimistisch eingestellt und erwarten positive Folgen. Beispiele sind: Siege, Anerkennung, Geld.

Bei der Furcht vor Misserfolg ist es jedoch ganz anders: Hier werden keine positiven Folgen erwartet, vielmehr sollen negative Konsequenzen vermieden werden. Es ist also eher eine "Weg-vom-Motor" - Motivation. Typische Beispiele sind Angst und Druck.

Menschen mit "Ziel-Zug" - Motivation suchen sich vorrangig leichte bis mittelschwere Aufgaben, bei denen sie sich sicher sein können, diese auch gut lösen zu können. Da diese Menschen selbstbewusst sind, schreiben sie sich ihre guten Leistungen dem eigenen Können zu. Selbst vor schwierigen Aufgaben schrecken erfolgorientierte Menschen nicht zurück und sind bereit, auch kleinere Rückschläge in Kauf zu nehmen da diese zum Erreichen von Erfolgen einfach dazugehören.


Umgang mit misserfolgorientierten Sportlern...

Der Umgang mit misserfolgorientierten Sportlern ist - gerade für TrainerInnen - bedeutend schwieriger. Diese Sportler haben Versagensängste und wollen Misserfolg vermeiden. Oft setzen sie ihre Leistung mit ihrem Wert als Mensch gleich ("gewinne ich, bin ich etwas wert. Verliere ich, bin ich nichts wert"). Wettkampfsituationen setzen misserfolgorientierte Sportler  unter enormen Druck. Das gilt im Übrigen auch für Wettkämpfe, die innerhalb eines Trainings stattfinden und bei denen mit nur kleinen Strafen wie Einräumen oder Liegestütze zu rechnen ist.

Anfangs sind die Konsquenzen unangenehm, werden schnell aber unerträglich werden wenn die Sportler ihre Leistungen mit ihrem Wert als Mensch gleichsetzen und daraus Schlussfolgerungen für das eigene Leben und über sich selbst ziehen.

Wenn wir diesen Sportlern nun helfen wollen, besteht unsere größte Aufgabe darin, Ihnen den Druck und die Angst zu nehmen. Wir sollten ihnen verdeutlichen, dass auch eine mögliche Niederlage akzeptabel ist, sofern alles getan wurde, diese zu vermeiden. Auch das verharmlosen von Wettkampfsituationen kann helfen, den aufgebauten Druck zu verringern. "Stell dir vor, du wärst im Training..."

Profitieren können Athleten und Sportler hier auch von der Zusammenarbeit mit Sportmentaltrainern und Sportpsychologen. 

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